Berichte aus der Vergangenheit - im Fernsehen

Die Auftritte in den Sendern wurden vermittelt durch Renate Hartwig, bei deren Aufklärungsarbeit ich mitwirkte.
Homepage



14.12.1994 bei Jürgen Fliege im ARD zum Thema: "Ich war in einer Sekte"
__


15.12.1995 in Boulevard Germany (englischsprachige Sendung), Deutsche Welle
_

Bei Schreinemakers Live auf SAT1 am 14.11.1996:
_ _ _


1997 im Regionalfernsehen Landshut:
___

Links Renate Hartwig, in der Mitte Moderator Robert May


13.2.1997 bei Arabella Kiesbauer auf Pro 7
__


30.8.1996 im Focus TV auf Pro7 als fachmännischer Komentator zu dem Film "Phenomenon" mit dem Scientologen John Travolta:
_

Mein damaliger Kommentar zur scientologischen Ideologie hinter dem Film "Phenomenon":

Die Botschaft von Phenomenon ist die gleiche, wie ich sie früher als Kursüberwacher in der Scientology vermittelt hatte: Jeder soll zu einem Übermenschen werden können, den dann zwar keiner versteht und der in der Gesellschaft keinen rechten Platz mehr hat, der doch aber die ganze Welt mit seinen Fähigkeiten "beglücken" könnte. Nur die angeblich so bösen Psychiater und ihre Kumpane wollen dem armen Übermenschen dann noch ins Gehirn pfuschen.
Ein Scientologe, der diesen Film sieht, wird einen professionell angestrebten Wiedererkennungseffekt erleben. Er wird erneute Hoffnungen schöpfen, daß er durch die Kurse und Programme der Scientology irgendwann doch noch übersinnliche Fähigkeiten gewinnt - so wie sie der Scientologe John Travolta im Film demonstriert. Er wird hoffen, daß er irgendwann wieder mit seinem sozialen Umfeld zurechtkommt - wie Travolta ja auch in dem Film durch seine neuen Fähigkeiten endlich seine Angebetete gewinnt.
Übermenschlichen Fähigkeiten habe ich übrigens in den ganzen zehn Jahren meiner Scientology-Zeit bei keinem Scientologen erlebt - auch oder gerade nicht bei den "Fortgeschrittenen".
Der Zorn, den Travolta in dem Film mit dem gewünschten Erfolg demonstriert (Ein Spiegel wird durch Geisteskräfte zerbrochen), weil ihm ja nach seiner "Erleuchtung" plötzlich alle Welt mit Befremden begegnet, kann für den Zuschauer zur Rechtfertigung dafür werden, sich gegen Unverständnis doch handgreiflich zur Wehr zu setzen.
Die Botschaft von "Phenomenon" war bereits 1951 von Hubbard als Ratschlag an seine "Übermenschen" formuliert worden (Hervorhebungen bestanden im Original nicht):

    Möglicherweise wird dieser Planet viel weniger ruhig und ordentlich sein, wenn es ein paar rührige THETANEN mehr gibt. (Anm: also Scientologisch geschule Wesen) (...) wenn aber Homo sapiens die Techniken besitzt, mit denen er sich selbst befreien kann, dann könnte irgendein Wunder das abwenden. Vielleicht wird eines Tages eine Handvoll Thetanen durch die Schwierigkeiten und Bemühungen des Homo sapiens alarmiert werden und versuchen, das übrige Volk in eine super-kontrollierte Sklaverei zu werfen. (...) Es gibt in den Büchern der Menschen nichts derart Wildes wie das, was möglicherweise hier auf der Erde geschehen wird. Und es wird geschehen und man wird es geschehen lassen, einfach deshalb, weil all das so unglaublich ist, daß niemand im Entferntesten daran denken wird es zu stoppen, bis es viel viel zu spät ist. Diese Unglaublichkeit ist der bester Schutz, so brauchen Sie sich nicht damit zu plagen, jedermann zu überzeugen, der es nicht glauben will. (...) Und so - wenn ich diese Bitte aussprechen darf - fallen Sie nicht zu sehr auf, bis daß ein paar von den Knaben es geschafft haben. Sie wollen ja nicht einsam sein. (...) Lassen Sie uns eine Zeitlang noch keine Regierungen verärgern und Schaustellerei betreiben, um dem Homo sapiens alles zu 'beweisen'. Es ist eine schreckliche Versuchung, auf 50 Meter Hüte herunterzuschlagen und einige Länder entfernt Bücher zu lesen 45 und in die Presseabteilung der Hearst Wochenpresse zu gelangen - aber Sie werden es anderen schwer machen, die versuchen, über diese Brücke zu gehen. Lassen Sie den schlafenden Sapiens noch für eine Weile in der Masse schnarchen. Finden Sie sich dann irgendwo zusammen und entscheiden Sie, was man mit ihm und seinen Zwei-Groschen-Kriegen, seiner Unvernunft und seinen Gefängnissen tun solle. Erzählen Sie Leuten, die all das entwerten wollen: "Ihre Kritik ist sehr richtig. Es ist nur Phantasie". Heilen Sie den Lahmen und den Behinderten und den Unfähigen mit allen Techniken, welche Sie nur brauchen.

Die "Erleuchtung",die John Travolta als George Malley in dem Film erlebt, soll in den "geheimen" Kursen der Scientology durch eine schlichte Psychotechnik bewerkstelligt werden. Als Überwacher dieser Kurse hatte ich damals diese Techniken zu vermitteln und eine buchstabengetreue Durchführung sicherzustellen:
Scientologen sehen sich selbst als "Wesen" mit einem Körper. Der Scientologe muß bei dieser Psychotechnik eine innere Verbindung zu einem anderen "Wesen" erspüren und dieses andere Wesen sozusagen aus der eigenen Welt wegputzen. Die Technik heißt unter Scientologen "Blowen von Körperthetanen" und wird im scientologischen Schulungsprogramm ab der Stufe "Operierender Thetan, Sektion III"und bis zu "Operierender Thetan Stufe VII" eingesetzt.
Die sozialen Folgen speziell dieser Psychotechnik sind bezeichnend für Scientologen: Jedes andere "Wesen" (Mitmenschen!!) wird mehr und mehr als Störenfried in der eigenen Welt gesehen, das man wegputzen muß, um eigene Kräfte freizusetzen. Der Gipfel der scientologischen Überheblichkeit ist dann die Überzeugung, diesem anderen "Wesen" noch einen Gefallen getan zu haben.
Damit wird für Scientologen jede soziale und auch demokratische Integration praktisch unmöglich. Was Scientologen als "Unverständnis" oder gar "Mißverständnis" deuten, ist meist einfach eine Ablehnung der abstrusen scientologischen Ideologie. Zu dieser Selbsterkenntnis sind Scientologen jedoch äußerst selten fähig. Der Film "Phenomenon" wird die soziale Kluft zwischen Scientologen und ihrer Umgebung eher vertiefen.

Brauchen Sie mehr Kommentar zu scientologischen Ideologien und Praktiken? Schreiben Sie an Bernhard Sandkühler

Zurück zu Homepage

Copyright © 1994, 1995, 1996, 1997, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005, 2007
by Bernhard Sandkühler
Platanenweg 4
D-69221 Dossenheim

ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Nach dem Urheberrechts-Gesetz vom 9. September 1965 in der Fassung vom 10. November 1972 ist die Vervielfältigung oder Übertragung urheberrechtlich geschützter Werke, also auch der Texte dieser Internetseiten nicht gestattet. Dieses Verbot erstreckt sich auch auf die Vervielfältigung für Zwecke der Seminar- oder Unterrichtsgestaltung - mit Ausnahme der in den §§ 53, 54 URG ausdrücklich genannten Sonderfälle -, wenn nicht die Einwilligung des Urheberrechts- Inhabers vorher eingeholt wurde. Als Vervielfältigung gelten alle Verfahren einschließlich der Fotokopie, der Übertragung auf andere Webseiten, der Speicherung auf CDs, Disketten, Platten, Bändern oder sonstigen Medien.